Wohlbefinden & Sicherheit

Sicherheitstipps für Frauen Nachts: 9 Tipps Die Wirklich Helfen

Von MentraNova Redactie Veröffentlicht · Aktualisiert

Sie sollten einfach nach Hause gehen können, ohne Angst zu haben. Aber die Realität sieht anders aus. Das sind praktische Tipps, die Sie noch heute anwenden können.

Dieser Artikel ist kein Victim Blaming. Es ist nicht Ihre Schuld, dass Sie sich unsicher fühlen. Es ist ein gesellschaftliches Problem. Aber solange sich die Gesellschaft nicht ändert, möchten wir Ihnen helfen, sich so sicher wie möglich zu fühlen. Das sind praktische Tipps, keine Vorwürfe.

Das Problem: Frauen fühlen sich unsicher

In Belgien geben mehr als 8 von 10 Frauen an, sich abends auf der Straße unsicher zu fühlen. Das ist keine Übertreibung. Das ist eine tägliche Realität. Catcalling, Stalking, Einschüchterung im öffentlichen Nahverkehr, oder einfach diese Schritte hinter Ihnen, die immer schneller zu werden scheinen.

Kommt Ihnen das bekannt vor?

Wenn Sie sich in dem Obigen wiedererkennen: Sie sind nicht allein. Und es gibt konkrete Dinge, die Sie tun können, um sich sicherer zu fühlen. Nicht perfekt sicher, denn das wäre eine Lüge. Aber sicherer.

9 praktische Sicherheitstipps

1. Gehen Sie zusammen: niemals allein, wenn es vermeidbar ist

Klingt einfach, ist aber der effektivste Tipp. Gehen Sie mit Freundinnen aus und gehen Sie zusammen nach Hause. Vereinbaren Sie vorher: „Wir gehen zusammen, wir kommen zusammen nach Hause.“ Auch wenn Sie nicht am selben Ort wohnen: gehen Sie zusammen bis zur belebtesten Haltestelle oder zum nächsten Bahnhof.

2. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Handy geladen ist

Das klingt wie etwas, das Ihre Mutter sagen würde. Und sie hat recht. Ein voller Akku ist Ihre Rettungsleine. Sie können anrufen, Ihren Standort teilen, ein Taxi bestellen, oder einfach so tun, als würden Sie telefonieren. Eine Powerbank in der Tasche ist kein Luxus, sondern ein Muss.

3. Teilen Sie Ihren Live-Standort

Teilen Sie Ihren Standort über WhatsApp oder Google Maps mit einer Freundin, Ihrem Partner oder einem Familienmitglied. Nicht weil Sie paranoid sind, sondern weil es klug ist. Ein Klick und jemand weiß genau, wo Sie sind.

4. Haarspray: Ihr legaler Bodyguard

Pfefferspray ist in Belgien verboten (mehr dazu weiter unten). Aber eine Dose Haarspray dürfen Sie ganz normal in Ihrer Handtasche haben. Es ist ein Alltagsprodukt, aber wenn jemand zu nahe kommt, kann ein Sprühstoß in die Augen ausreichen, um Abstand zu schaffen und wegzulaufen. Wählen Sie eine kleine Dose, die gut in die Hand passt.

5. Bleiben Sie auf beleuchteten, belebten Straßen

Planen Sie Ihre Route. Vermeiden Sie dunkle Gassen, Parks und verlassene Gebiete. Auch wenn es ein 5-Minuten-Umweg ist: nehmen Sie die Route mit Beleuchtung, wo Autos fahren, wo noch Menschen sind. Eine belebte Straße ist immer sicherer als eine Abkürzung durch die Dunkelheit.

6. Keine Kopfhörer (oder nur einen)

Musik gibt ein falsches Sicherheitsgefühl. Mit beiden Kopfhörern drin hören Sie nicht, wer hinter Ihnen geht, ob jemand Sie ruft, oder ein Auto das anhält. Einen Kopfhörer drin, einen raus. Oder beide raus, wenn Sie allein in einer ruhigen Gegend unterwegs sind.

7. Vertrauen Sie Ihrem Instinkt

Dieses „komische Gefühl“ im Bauch? Das ist nicht nichts. Das sind Millionen Jahre Evolution, die Sie warnen. Wenn sich etwas nicht richtig anfühlt, ist es nicht richtig. Überqueren Sie die Straße, gehen Sie in ein Geschäft, drehen Sie um, rufen Sie jemanden an. Sie müssen Ihre Sicherheit nicht rechtfertigen.

8. Kennen Sie Ihre Notfalloptionen

Wissen Sie, wohin Sie können: ein Spätkauf, ein Restaurant, eine Tankstelle, eine Polizeistation. In vielen europäischen Städten können Sie auch in Orte mit einem „Safe Space“-Aufkleber gehen. Und denken Sie daran: 112 (europäische Notrufnummer) funktioniert überall, auch ohne Guthaben auf dem Handy.

9. Planen Sie Ihren Heimweg im Voraus

Besprechen Sie vor dem Ausgehen, wie Sie nach Hause kommen. Taxi vorbestellen? Jemand der Sie abholt? Letzten Zug oder Bus prüfen? Warten Sie nicht, bis Sie um 3 Uhr morgens allein an einer dunklen Haltestelle stehen, um darüber nachzudenken. Planen Sie es als Teil Ihres Abends.

Wichtig: Das ist kein Victim Blaming

Lassen Sie uns klar sein: Das Problem ist nicht, dass Frauen nachts allein auf der Straße gehen. Das Problem ist, dass manche Menschen denken, sie hätten das Recht, andere zu belästigen, zu bedrohen oder Schlimmeres. Diese Tipps sind ein Pflaster, keine Lösung. Die echte Veränderung muss von Erziehung, Gesetzgebung und einer Kultur kommen, die grenzüberschreitendes Verhalten nicht toleriert.

Über Tipps hinaus: Selbstverteidigung lernen

Haben Sie schon einmal über einen Selbstverteidigungskurs nachgedacht?

Tipps sind nützlich, aber das Gefühl von Kontrolle, das Selbstverteidigung gibt, ist unbezahlbar. Es geht nicht ums Kämpfen. Es geht darum zu wissen, dass Sie etwas tun können, wenn es nötig ist.

Denken Sie an Disziplinen wie:

Auf MentraNova finden Sie Coaches für Kampfsport und Selbstverteidigung in Ihrer Nähe. Ein Coach kann Ihnen beibringen, wie Sie sich verteidigen, aber auch wie Sie Situationen besser einschätzen und vermeiden.

Wenn es bereits passiert ist, oder wenn die Angst Sie lähmt

Vielleicht lesen Sie diesen Artikel nicht nur wegen „Tipps“. Vielleicht ist etwas passiert. Oder vielleicht ist die Angst so groß geworden, dass Sie kaum noch ausgehen, wenn es dunkel ist. Das nennt man Panikangst, und es ist eine normale Reaktion auf eine abnormale Situation.

Es ist OK, um Hilfe zu bitten

Sie müssen das nicht allein tragen. Ein Therapeut oder Psychologe kann Ihnen helfen:

Es gibt keine Schande darin, Hilfe zu suchen. Im Gegenteil: Es ist das Stärkste, was Sie tun können. Und Sie müssen nicht warten, bis es „schlimm genug“ ist. Wenn die Angst Ihr Leben einschränkt, ist es schlimm genug.

Was kann ein Psychologe oder Therapeut für Sie tun?

Speziell bei Angst im Zusammenhang mit Unsicherheit, Straßenbelästigung oder einer traumatischen Erfahrung kann ein Fachmann Ihnen helfen mit:

In Deutschland werden die Kosten für Psychotherapie in der Regel von der Krankenkasse übernommen. In Österreich gibt es Zuschüsse über die ÖGK. In der Schweiz werden psychologische Leistungen seit 2022 von der Grundversicherung gedeckt.

Notrufnummern & Hilfsangebote

Fühlen Sie sich sicherer. Beginnen Sie heute.

Ob Sie einen Selbstverteidigungscoach suchen, einen Therapeuten zur Angstbewältigung, oder einfach jemanden zum Reden: auf MentraNova finden Sie den richtigen Match. Innerhalb von 24 Stunden verbunden durch smart matching.

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